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MUSEO GIANDUJA

Grugliasco
Villa Boriglione Parco Culturale Le Serre via Tiziano Lanza 31,

 

 

 

Nach einem Jahrzehnt der Forschung und des Erwerbs wertvollen Materials der Zeit eröffnet das Istituto per i Beni Marionettistici e il Teatro Popolare das Museo Gianduja im wunderbaren Ambiente der Villa Boriglione aus dem 18. Jahrhundert, im Herzen des Parco Culturale Le Serre in Grugliasco. Das Museum ist entstanden, um die piemontesische Maske, deren Geschichte mit der des Risorgimento zusammenfällt, ins Licht zu rücken.

Vom Theater zu den satirischen Zeitungen bietet Gianduja historisch ein von dem, das man gemeinhin zu kennen glaubt, ziemlich abweichendes Bild: nicht ein Gianduja mit der Flasche in der Hand, sondern ein in vielerlei Hinsicht heroischer Gianduja: echte Verkörperung des Volkes und nicht seine Karikatur.

Die eindrucksvolle Ausstattung stammt von Claudio Cinelli, einem der großen Meister des internationalen Figurentheaters, und bedient sich der modernsten Technik, um die "giandujesken" Besonderheiten im Museum und über das regionale Gebiet verstreut zu illustrieren.

Die Tradion will es so, dass die Maske Giandujas 1808 von den beiden großen Puppenspielern ihrer Zeit erfunden wurde: von Giovanni Battista Sales und Gioacchino Bellone. Neuere Studien verlegen allerdings die tatsächliche Geburt Giandujas vor, die mit der seiner "Cousins" von jenseits der Alpen (Jannot, Jocrisse, Guignol, Lafleur.), Söhnen der französischen Revolution, zusammenfällt.

In seinen über 200 Lebensjahren hat Gianduja einen genauen Lauf zurückgelegt, der seine Geschichte sich mit der des Risorgimento verknüpfen ließ, wobei er eines der volkstümlichen Symbole der Einigkeit Italiens wurde. Es gibt keine Entwicklung, die Gianduja nicht durchlaufen hätte: von den Weltausstellungen zu den Kolonial- und Weltkriegen... bis zur Eröffnung der Fiat. Der Faschismus, Feind der Dialekte, verminderte Gianduja, der, dem Schicksal der anderen Masken folgend, auf ein regionales Umfeld minderwertiger Folklore reduziert wurde. Gianduja verkörpert freilich sehr wohl andere Werte als die Fröhlichkeit eines rotnasigen Trunkenbolds, wie klar im Verlauf dieser Ausstellung gezeigt wird.

Die ausgestellten Materialen sind Teil der Bestände des Istituto per i Beni Marionettistici e il Teatro Popolare, das eine gleichsam einzigartige Sammlung zu dem Thema besitzt, die Marionetten, Handpuppen, Kulissen, Theater, Manuskripte von Textbüchern, Dokumente, Handzettel, Zeichnungen, Originalbilder, verschiedene Publikationen, Ansichtkarten, historische Fotografien,... umfasst. Von außerordentlicher Wichtigkeit ist der Fundus Sales-Bellone, der 20 handschriftliche Textbücher aus den Jahren 1824 - 1829 umfasst, darunter "die 99 Unannehmlichkeiten Giandujas" (Le 99 disgrazie di Gianduja), Text des historischen Spiels mit dem am 25. November 1808 die Maske offiziell in Turin präsentiert wurde.

Themen der Ausstellung:
- Die Ursprünge Giandujas und die Eroberung des Theaters. (das Figurentheater des 18. Jahrhunderts im Piemont)
- Sales e Bellone: die "Erfinder" Giandujas
- Giovanni Tosetti und die Geburts des Theaters im Piemont
- Das Erbe von Sales und die compagnia Lupi
- Gianduja und das Risorgimento (Gianduja Ikone des Risorgimento)
- Die großen Karikaturisten des "Pasquino" und des "Fischietto"
- Die Septemberkonvention und die Via Crucis di Gianduja
- Der Übergang der Hauptstadt von Turin nach Rom
- Gianduja und die großen Turiner Karnevalsfeste (Turin von der politischen zur industriellen Hauptstadt)
- Der Karneval als Zeichen der Wiedergeburt: die erste Giandujeide
- Der Karneval als Zeichen der nationalen Einheit: der Kongress der Masken
- Gianduja als Markenname (Gianduja und die Schokolade - Gianduja als Bezeichnung für verschiedene Produkte)
- Gianduja im 20 Jahrhundert (Niedergang der politischen Rolle des Karnevals und Niedergang Giandujas)
- Gianduja in der Sicht der zeitgenössischen Künstler: Golia, Albani, Gec.

 

  Museumseröffnung

  Erster Besuch im Museum

  Museumsrundgang

Einzelfiguren